Skip to content
BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter November 30, 2023

Raymond Kuo/Christian Curriden/Cortez A. Cooper, III/Joan Chang/Jackson Smith/Ivana Ke: Simulating Chinese Gray Zone Coercion of Taiwan. Identifying Redlines and Escalation Pathways. Santa Monica, Cal.: The RAND Corporation, 2023

Rezensierte Publikation:

Kuo Raymond Curriden Christian Cooper Cortez A. III Chang Joan Smith Jackson Ke Ivana Simulating Chinese Gray Zone Coercion of Taiwan. Identifying Redlines and Escalation Pathways Santa Monica, Cal. The RAND Corporation 2023


Diese Studie stellt die Ergebnisse einer von der RAND Corporation durchgeführten Simulation vor. Ausgangspunkt war die Frage, wie die Eskalationsrisiken einzuschätzen sind, sollte China versuchen, Taiwan durch Maßnahmen unterhalb einer militärischen Intervention massiv einzuschnüren. Taiwan leide bereits unter Zwangsmaßnahmen aus Peking. China setze eine Kombination aus politischen, militärischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Instrumenten ein, um Druck auf Taipeh auszuüben. Ziel sei es, Taiwans Wirtschaft und Kontakt mit der Außenwelt zu unterbrechen oder auch eine Intervention der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zugunsten Taiwans zu verhindern. Die Simulationen sollen klären, wie sich die USA und Taiwan auf der einen und China auf der anderen Seite verhalten würden, sollte sich China zu einer Eskalation seiner Grauzonenmaßnahmen entschließen.

Intention der Simulationen war es, chinesische Aktivitäten in der Grauzone vor einem konventionellen Krieg zu untersuchen und mögliche Reaktionen Taiwans und der USA zu eruieren. Die leitenden Fragen lauteten: Welche Szenarien wirken eskalierend und wo sind die roten Linien der Vereinigten Staaten und Taiwans für einen Krieg? Dazu führte die RAND Corporation eine Reihe von Gesprächen mit Sicherheitsexperten in Taiwan und Mitarbeitern des US-Indopazifik-Kommandos und veranstaltete eine Tabletop-Übung (TTX) in Washington, D.C. Diese Studie präsentiert die folgenden wichtigsten Ergebnisse:

Die Simulationen ließen ein insgesamt geringes Risiko einer von Taiwan ausgehenden Eskalation im Fall verschärfter Grauzonenaktivitäten Chinas vermuten. Aufgrund der chinesischen Militärmacht und der begrenzten Mittel Taiwans sei davon auszugehen, dass Taiwan ohne amerikanische Unterstützung auf weitere und eskalierende Schikanen Chinas nicht militärisch antworten werde.

Das US-Team der Übung würde eine Eskalation zu militärischer Gewalt nur dann in Betracht ziehen, wenn Taiwan einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt wäre, und das Taiwan-Team würde ohne US-Unterstützung nicht eskalieren. Das US-Team würde dann intervenieren, wenn Taiwan Schritte unternähme, um sich im Einklang mit der US-Strategie zu verteidigen.

Sowohl die USA wie Taiwan eine der Wunsch, China von weiteren eskalatorischen Grauzonen-Maßnahmen abzuschrecken. Doch beide Länder stünden vor einem Gefangenendilemma, da ihre Sicherheitsstrategien voneinander abhängen und jede Seite darauf wartet, dass die andere ein tieferes Engagement signalisiert, bevor sie weitere, für beide Seiten wichtige Maßnahmen umsetzt. Einige TTX-Teilnehmer befürchteten sogar, Taiwan könnte ein Blankoscheck ausgestellt werden, der ein Abenteurertum befeuern würde.

https://www.rand.org/pubs/conf_proceedings/CFA2065-1.html

Online erschienen: 2023-11-30
Erschienen im Druck: 2023-11-28

© 2023 bei den Autorinnen und Autoren, publiziert von De Gruyter.

Dieses Werk ist lizensiert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 International Lizenz.

Downloaded on 22.2.2024 from https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/sirius-2023-4008/html
Scroll to top button